Synonyme:

Silubosaurus depressus (GÜNTHER 1875)
Egernia depressa (COGGER 1983)
Egernia depressa (COGGER 2000)

Subspecies:

monotypische Art

Beschreibung:

Bezüglich Färbung sowie Intensität der Musterung sehr variable Art. Bei Tieren aus dem südlichen Teil des Verbreitungsgebietes (sog. „braune Morphe“) reicht die Grundfarbe vom hellen Grau bis zu blassbraunen, manchmal rosé angehauchten Tönen. Dorsal und lateral ist E. depressa dabei mit vereinzelten, dunkelbraunen bis lackschwarzen Flecken gemustert, welche aber auch zu unregelmäßigen, relativ breiten Querbändern verschmelzen können. Oft sind die Ränder dieser dunklen Punkt- oder Streifenzeichnung mit weißen Sprenkeln durchsetzt. Besagte Musterung ist auf Kopf- und Halsoberseite - die gerade bei grauen Tiere oft rehbraun gefärbt ist und in Kontrast zur übrigen Körperfärbung steht - meist nicht vorhanden oder sehr unscheinbar, nimmt auf Rücken und Schwanz aber an Intensität zu. Ventral heller als dorsal, grau, weiß oder cremefarben, vereinzelt mit braunen Flecken oder transparenten Streifen an Kehle, Brust und Bauch. Häufig ist bei hellen Tieren ein dunkelbrauner Streifen vom Auge über das Ohr zum Ansatz der Vorderbeine erkennbar, welcher über die Flanken ausläuft.
E. depressa aus dem nördlichen Teil des Verbreitungsgebietes sind spektakulär hell-orange bis intensiv rotbraun gefärbt (sog. „rote Morphe“). Die dunkle Zeichnung erscheint auf diesem „satten“ Untergrund oft weniger deutlich, der Kopf-Halsbereich farblich nicht abgesetzt. Die Kopfschilder sind gleichmäßig und gattungstypisch relativ groß. Im übrigen ist der Kopf klein und kaum vom eher gedrungenen Körper abgesetzt. Runde Pupillen in rötlicher Iris. Die Lippenschilder sind weiß oder cremefarben, auf jeden Fall aber heller als der Rest der Kopffärbung oberhalb der Maulspalte. Die Rückenschuppen sind dreifach gekielt, wobei der jeweils mittlere Kiel am schärfsten und erhabensten ist und eine starke Tendenz zur Stachelbildung aufweist. Auf der Oberseite des Schwanzes und vor allem dessen Seiten starke Bestachelung. Auch die Beine sind oberseits leicht bestachelt, ansonsten sind sie kurz, aber kräftig und mit gut entwickelten Krallen versehen. Die Kopf-Rumpf-Länge der Art beträgt ca. 100mm; der Schwanz ist sehr kurz (35-50% der KRL) und stark abgeflacht.

Verbreitung:

Hauptsächlich zentrales Westaustralien. Erreicht im Westen die Küste, im Osten die süd-westliche Ecke des Nordterritoriums sowie die nord-westlichste Ecke Südaustraliens. Die rote Form lebt nördlich von Port Hedland.







Die Schraffur gibt das ungefähre Vorkommen ohne Anspruch auf Authentizität im Detail wieder. Einzelne Fundorte mögen temporärer Natur, andere noch nicht publiziert und in bisher gültige Verbreitungsübersichten eingeflossen sein.

Lebensraum:

Die braune Form bewohnt halbtrockene bis trockene Buschgebiete mit losem Baumbestand oder Ränder von Trockenwäldern. In Galeriewäldern von Flüssen findet man - wahrscheinlich wegen des besseren Mikroklimas und dem entsprechend höheren Nahrungsangebot - oft größere Individuenzahlen. Diese Morphe ist offensichtlich in relativ hohem Maße arboricol. Sie besiedelt bevorzugt Hohlräume und Spalten sowohl von umgestürzten als auch stehenden Bäumen und wurde dort glaubhaften Mitteilungen zufolge in teilweise enormen Höhen von über 6m gesichtet. Beobachtungen an im Terrarium gehaltenen Tieren dieser Variante bestätigen das. Bei entsprechendem Angebot an Kletterästen und hoch liegenden Verstecken suchten die Tiere kaum noch den Boden auf. Dabei sind sie zwar heliophil, regulieren ihre Körpertemperatur aber durch entsprechenden Rückzug in halbschattige (Stamm-) Bereiche. Die eher in ariden, heißeren Gebieten beheimatete rote Form ist mangels Baumbestand an die roten Sandsteinformationen des nördlichen Westaustraliens und eine mehr terrestrische Lebensweise angepasst.

Ernährung:

Vorwiegend kleine Evertebraten: Insekten, Spinnentiere und Schnecken sowie (zumindest im Terrarium) ein kleiner Teil pflanzlicher Nahrung.

Fortpflanzung:

Paarung nach Ablauf des australischen „Winters“. Bis zu drei lebende, ca. 7cm lange Jungtiere nach etwa 4 Monaten Tragzeit.

Jahreszyklus und Klimadaten:

Bemerkungen:

Die braune Form scheint sich oft den selben Baum mit Varanus caudolineatus und Oedura marmorata zu teilen, wobei die Arten aufgrund ähnlicher Größenverhältnisse wohl kaum als Prädatoren füreinander in Frage kommen. Außerdem ist bei im Terrarium gehaltenen Tieren dieser Form eine starke Tendenz zur Monogamie feststellbar. Fremde Tiere auch des anderen Geschlechts werden nicht akzeptiert bzw. es erfolgt keine Paarung. Dies könnte auf die arboricole Lebensweise und die damit einhergehende dauerhafte Prägung auf einen Partner zurückzuführen sein, da auch bei anderen baumbewohnenden Echsen ein ähnliches Verhalten beobachtet wurde. Biotopspezifisch macht diese teilisolierte „Ein-Baum-ein-Paar“-Strategie durchaus Sinn – die Nahrungskonkurrenz wäre andernfalls wohl zu groß.

Haltung:

Literatur:

Cogger (2000) Rept. Amph. of Australia, 6th ed.
Day (1980) Herpetofauna (Sydney) 11: 29
Günther (1875) A list of saurians of Australia and New Zealand. In: Richardson and Gray. Zoology voyage H.M.S. Erebus and Terror.
Mitchell (1950) Rec. S. Aust. Mus. 9: 275-308
Storr (1978) Records of the Western Australian Museum 6(2) 1978: 147-187
Storr etc. (1981) Lizards Western Australia. I. Skinks.